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Wanderung von Hütte zu Hütte im Groß-Umstädter Winterwald

Rundwanderung durch den Winterwald hinter Groß-Umstadt
Rundwanderung durch den Winterwald hinter Groß-Umstadt

Manchmal ist aller Anfang schwer, so heute morgen beim Blick aus dem Fenster, der Regen wandelt sich in dicke Schneeflocken, die Straßenverhältnisse sehen nicht gerade einladend aus und der Plan, bei der heutigen Wanderung von Hütte zu Hütte mitzulaufen, kommt gefährlich ins Wanken. Doch nein, wir lassen uns nicht abhalten, steigen einfach in die Bahn und machen uns auf den Weg in den Odenwald Richtung Groß-Umstadt zur traditionellen Wanderung von Hütte zu Hütte, organisiert vom dortigen Odenwaldklub.

Ab dem Parkplatz Hainrichberg geht es los auf den gut beschilderten Rundweg.
Ab dem Parkplatz Hainrichberg geht es los auf den gut beschilderten Rundweg.

 Angekommen am Bahnhof Groß-Umstadt gestaltet sich die Suche nach dem Einstieg in die Tour als etwas mühselig, wir suchen den Parkplatz Hainrich, der sich irgendwo oberhalb der Ortsmitte hinter dem Krankenhaus befinden muss. Dazu geht es erst einmal kräftig bergauf. Wir fragen uns durch, schauen auf die Karte und halten immer wieder vergeblich nach der angekündigten Beschilderung Ausschau. Nachdem wir ein paar Mal falsch abgebogen sind und wieder umkehren müssen, treffen wir endlich auf den Parkplatz und dort sind auch einige Wanderer zu sehen, die dasselbe Ziel wie wir haben. Ein "Einheimischer" bestätigt uns, dass der Start zu Hüttentour nicht mehr weit ist und wir laufen ihm einfach hinterher.

Der nette Mitwanderer erzählt, dass die Hüttenwanderung schon richtig Tradition hier in Groß-Umstadt hat. Er schätzt, dass dies das 15. Jahr ist, in dem man zu der Winterrunde einlädt. Insgesamt vier ehemalige Waldarbeiterhütten liegen auf einer Runde von ca. 11 km im Wald verteilt und sind an diesem Tag bewirtschaftet, dabei teilen sich der Odenwaldklub Groß-Umstadt und Heubach das Revier. Wir sind sehr gespannt, was uns erwartet und schreiten zügig in Richtung der ersten Pausenstation voran. Schließlich haben wir auch schon etliche Kilometer auf der Suche nach der Tour zurück gelegt und haben schon Hunger.

Das Rödelshäuschen wartet auf hungrige Wanderer.
Das Rödelshäuschen wartet auf hungrige Wanderer.

In der ersten Hütte sichern wir uns unsere Stempelkarte - in jeder der vier Stationen wird abgestempelt oder eingestanzt und am Ende der Tour wartet eine kleine Überraschung. Das Rödelshäuschen ist benannt nach Förster Rödel, der 1813 in Babenhausen geboren wurde und mit Rauschebart, preußischer Uniform und Flinte wie ein Bilderbuchförster dem Naturtreff seinen Namen gab. In seiner "Amtszeit" um 1850 entstand das Rödelshäuschen samt Pflanzgarten. Es steht für waldpädagogische Veranstaltung besonders Kinder- und Jugendgruppen zur Verfügung und kann über die Stadt Groß-Umstadt gebucht werden. Drinnen ist es sehr geräumig und gemütlich, wir wärmen uns am Bollerofen auf und genießen die erste kleine Rast.

Weiter geht es durch den Wald zum Hexenhäuschen. Hier ist richtig was los: einige gutgelaunte Wanderer haben sich zum "Line-Dance" formiert und lassen Hüttengaudi-Stimmung aufkommen. Ein Hobby-Maler hat die ehemalige Jagdhütte mit seinen Märchenmotiven gestaltet, seitdem ist die Hütte eine beliebtes Ziel für Familien mit Kindern. Wir lassen die Hexenhütte hinter uns und wandern weiter zu Ziel Nr. 3 der Eidmannshütte, die ganz idyllisch an einem kleinen Waldteich liegt. Schon auf dem Weg dahin wird es deutlich ruhiger, entweder liegt es daran, dass manche Besucher nicht die komplette Runde laufen oder an der fortgeschrittenen Zeit. Die Ruhe im verschneiten Wald tut auf jeden Fall richtig gut.

Geschafft: alle vier Stationen erwandert und stolz die Stempelkarte gefüllt!
Geschafft: alle vier Stationen erwandert und stolz die Stempelkarte gefüllt!

Auf den letzten Metern wird es immer einsamer, aber wir treffen an der letzten Hütte dem Dorndieler Pflanzgarten  immer noch ein tapfereres Grüppchen Wanderer für unseren letzten Einstanzer auf der Stempelkarte. Als Belohnung für die komplette Runde stehen Obstler, Ramazotti oder ein "Haxenwärmer"(warmer Obstler mit Honig) zur Wahl. Am Feuerkorb stehend lassen wir den Tag ausklingen, sind hochzufrieden mit dem tollen Tag im Wald und nehmen uns fest vor, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Mehr Infos zur Veranstaltung findet Ihr auf der Webseite des Odenwaldklubs Groß-Umstadt und Odenwaldklub Heubach

Infos zu den Hütten: Naturtreff Rödelshäuschen

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Loni (Montag, 05 Februar 2018 08:58)

    Ein sehr schöner Wanderbericht. Man kann in Gedanken mitlaufen. Aber etwas Kondition und Motivation ist schon nötig. Super!

  • #2

    Anja (Montag, 05 Februar 2018 09:21)

    Der Bericht liest sich toll. Habe mir vorgenommen, nächstes Jahr dabei zu sein.

  • #3

    Doro (Montag, 05 Februar 2018 23:03)

    Wäre ich doch mitgekommen.... klingt sehr nett